„Museum macht stark“

Das Projekt will jungen Leuten Kultur über den persönlichen Bezug erschließen

SINZIG. Viele Museen würden sich freuen, in ihren Häusern verstärkt die junge Klientel begrüßen zu können. Doch wie bringt man Jugendliche ins Museum, zumal aus dem dort wenig vertretenen Segment ausländischer Bürger? Womöglich als Bündnispartner in eigener Sache. Im Rahmen des mit Bundesmitteln geförderten Projektes „Museum macht stark“ will der Förderverein für Denkmalpflege und Heimatmuseum zusammen mit dem  Heimatmuseum im Schloss und dem Haus der offenen Tür (HoT) jungen Leuten Lust aufs und Kompetenz fürs Museum vermitteln. Sie könnten im Heimatmuseum Museumsführer für Kinder und Jugendliche werden und einen mehrsprachigen Flyer erstellen.

Als Kooperationspartner gewann man die Barbarossaschule (Realschule Plus) mit Johanna Kretschmer, die Förderunterricht in Deutsch als Zweitsprache erteilt sowie das Begegnungscafé der evangelischen Kirchengemeinde Remagen-Sinzig. Die Janusz-Korczak-Schule gehört ebenfalls zur Zielgruppe. Bislang liegen insgesamt 14 Anmeldungen vor. Doch der Denkmalvereinsvorsitzende Hardy Rehmann versichert, weitere Interessenten seien willkommen zum Kennenlerntag, der im Schloss von Samstag auf Mittwoch, 13. März, 14 Uhr, verlegt wurde, da noch nicht alle Eltern informiert waren. (Inzwischen ist das Kennenlernen erfolgt und die jungen Leute eroberten begeistert das Museum. Es wurde sogar der Gedanken geäußert dort zu übernachten)

Zwei Besuche in Museen der Region sind geplant. „Da können wir auch die Mütter mitnehmen“, erklärt Rehmann. Die Kosten übernimmt sämtlich das Bundesministerium für Bildung und Forschung. Zunächst aber, bevor es immer mittwochs zu regelmäßigen Projektsitzungen kommt, sollen die Teilnehmer einander kennenlernen, sich mit dem Schloss, dem Museumsthema und den Ausstellungen vertraut machen. An diese „Kick-Off-Treffen“ stellen die Projektbegleiter hohe Erwartungen. Uschi Röcke vom Förderverein, ausgebildete Pädagogin: „Diese Motivationsphase wollen wir voll ausnutzen und das Interesse herauskitzeln.“ Auch Museumsleiterin Agnes Menacher glaubt an den persönlichen Bezug durch die Museumserkundung der Jugendlichen. „Das heizt die Kreativität an“, so ihre Erfahrung.

Die Begleiter erarbeiten Ideen. „Wir bieten Optionen, sagt Rehmann. „Aber wir wollen offen sein für die Wünsche der Kinder“, betont Annette Hoffmann, Sozialarbeiterin beim HoT. „Wenn sie Theater machen wollen oder einen Film, sind wir darauf gerichtet.“ Schulungen in Sachen „Wie tritt man vor Menschen auf“ und Medienschulung etwa mit Powerpoint sind ohnehin geplant. Unterstützung wird es durch den Verein „Medien.rlp – Institut für Medien und Pädagogik“ geben. „Das sind Profis, die jungen Leuten Aufnahmetechniken und Videoschnitt gekonnt beibringen“, weiß Hoffmann. Schon zweimal kooperierte das Hot mit dem Verein. Einmal etwa bei einem Film über das Sinziger Rick-Gelände. Die junge Fereshta Ahmed, die daran teilgenommen hat, fand es „einfach toll“. Eine für das Projekt hoffnungsfroh stimmende Erkenntnis, denn derzeit macht die junge Frau ihren Bundesfreiwilligendienst beim Hot. Teilhabe ist eben gewinnbringend, auch kulturell.

Bei Interesse an „Museum macht stark“ hilft ein Anruf unter 02642-981477 oder eine E-Mail an hardy.rehmann@t-online.de.

 

Sie gehen mit Vorüberlegungen und Offenheit ins Projekt: Agnes Menacher (v. l.), Hasan Sidou, 
Annette Hoffmann, Uschi Röcke und Hardy Rehmann würden sich über eine rege Teilnahme der Jugendlichen freuen.

 

Text und  Bild Hildegard Ginzler

(c) März 2019